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Der schöne Schein des Untergangs

Wenn Jacques stirbt, stirbt bald auch die Monarchie. Dabei war Jacques doch nur Personal – mehr noch als alle anderen ein bloßes Anhängsel, mit dem sich der Gutbürger umgibt. Ein Anhängsel, dessen Unterkunft bezeichnenderweise nicht einmal ins Herrenhaus integriert ist, sondern buchstäblich draußen dranhängt. Und doch war dieser Diener genau so unehrlich wie die Offiziere, die Möchtegern-Leutnants und all jene, die krampfhaft den Mythos hochhalten, ihr Urgroßvater habe einst in der Schlacht von Solferino dem Kaiser das Leben gerettet.

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Spießbürgertum und Flüchtlingsleid – damals wie heute

Für Johann Wolfgang von Goethe war das Jahr 1797 ein Jahr des Erfolgsdrucks. Sein Wilhelm Meister kam beim Publikum gemischt an – Charlotte von Stein fand ihn schlicht langweilig. Zudem wollte und musste der Geheimrat seine Finanzen aufbessern. Obwohl er als Staatsbeamter in Weimar gut verdiente, schwebte ihm wohl schon der Kauf des Landguts Oberroßla vor, um dort mit Christiane Vulpius zu leben.

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Der Name der Rose – das Buch meines Lebens

Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.

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Ein Gegenentwurf zur Bilderflut

Wer hier ab und zu mitliest, weiß vielleicht, dass ich eine Schwäche für antiquarische Bücher habe. In diesem Beitrag geht es um einen Bildband, der heute meist nur noch in Antiquariaten erhältlich ist: Das Buch der Jahreszeiten, herausgegeben 1927 von Herbert Dubler. Ein Werk, das eindrucksvoll zeigt, wie sich unsere Wahrnehmung von Fotografie und Bildkunst im Lauf der Jahrzehnte verändert hat.

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Böll und der Glücksfall

Kann man einem Autor nach seinem Tod noch Neues entlocken? Ja, zumindest wenn es Heinrich Böll betrifft. 1985 gestorben, veröffentlicht die Familie nun seine Kriegstagebücher aus den Jahren 1943 bis 1945 – in einer Form, die bislang unveröffentlicht war. Der Band Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind (Kiepenheuer & Witsch, 2017) ist eine seltene Gelegenheit, den jungen Böll hautnah zu erleben.

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