Scharfe Kanten, stumme Zeugen

Der Schein des Feuers wirft lange, unruhige Schatten an die Holz- und Lehmwände der Hütte. Das Eisen des Stichels kratzt leise, aber bestimmt über die kühle Rückseite einer Fibel. Span für Span weicht das Metall. Kein schnelles Schreibwerkzeug gleitet hier über Pergament; jeder Strich ist Arbeit. Eine senkrechte Linie führt nach unten, zwei schräge Zacken setzen an – eckig und karg, angepasst an das Material.

Ob sich eine solche Szene tatsächlich abgespielt hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist sie zumindest nicht völlig abwegig. Und ihr wisst es ja: Literatur und Fantasie gehören zusammen und befruchten sich – was den wissenschaftlichen Anspruch ja nicht zwangsläufig ausblendet.

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Warum Der Name der Rose mein Lieblingsbuch ist

Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.

Ausflüge – ich sage bewusst nicht Fluchten – in die Literatur gehörten damals längst zu meinem Alltag. Während viele meiner Altersgenossen ihre Freizeit vor allem mit Filmen verbrachten, zog es mich immer wieder in Bücherwelten.

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