Wenn ich an das literarische Mittelalter denke, schießt mir unweigerlich Umberto Ecos Der Name der Rose in den Kopf. Dort begegnet uns das Böse in Gestalt des blinden Gelehrten Jorge von Burgos: ein Fanatiker, dessen Verbrechen aus theologischen und philosophischen Überzeugungen erwachsen. Bei Eco wird gemordet, diskutiert und interpretiert. Die Bibliothek ist ein Labyrinth der Gedanken. Daniel Wolf verfolgt in Das Salz der Erde einen völlig anderen Ansatz. Hier wird nicht lange disputiert. Hier wird gehandelt, gekämpft und gelitten. Das Böse trägt keine philosophische Maske, sondern zeigt sich offen in Machtgier, Gewalt und Skrupellosigkeit. Und gerade darin liegt für mich die große Stärke dieses Romans.
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Zwischen Feuer und Fantasie
Ein kleiner, aber feiner Mittelaltermarkt fand diesmal in Minden statt – keine große Reenactor-Messe, sondern eine dreitägige Veranstaltung im Sommerbad. Zum zweiten Mal ausgerichtet, bot er eine dichte, freundliche Atmosphäre: Leckeres, Gaukelei und Musik. Besonders schön war die Band „Unvermeydbar“ aus Hofgeismar, die vor dem Osterfeuer spielte. Für einen kurzen Moment erinnerte es mich an ein Feuer unterm Galgen – dann war da wieder einfach nur die stimmige, warme Stimmung des Abends.
Der Eintritt war weiterhin moderat (fünf Euro), die siebenjährige Tochter kam kostenlos hinein. Auffällig war, dass das Publikum zunehmend aus der Fantasy-Szene bestand – die Orks waren klare Hingucker. Warum auch nicht?




Der Name der Rose – das Buch meines Lebens
Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.
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