Zurück am Deich

Manche Bücher lassen einen kalt – bis sie eines Tages zurückkehren. Der Schimmelreiter war für mich so ein Fall. Einst Schulstoff, später Aha-Erlebnis: Storms Erzählung über den Deichgrafen Hauke Haien entfaltet erst mit Abstand ihre Tiefe. Zwischen Fortschrittsdrang und Aberglauben, Liebe und Einsamkeit zeigt sie, wie schmal der Grat ist zwischen dem, was der Mensch will, und dem, was die Welt zulässt.

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Wer sich selbst entkommt, ist noch lange nicht frei

Wer an Hermann Hesse denkt, dem kommen meist Weltbestseller wie Siddhartha, Der Steppenwolf oder Demian in den Sinn. Doch ein oft übersehenes, erzählerisch bemerkenswertes Werk seines Œuvres ist die Novelle Klein und Wagner. Erstmals im Oktober 1919 in der Zeitschrift Vivos Voco vorabgedruckt, markiert sie einen der radikalsten Wendepunkte in Hesses Leben und Schreiben. Ich habe den Text in einem Rutsch gelesen, war sofort drin in der Geschichte. Doch was macht diese vergleichsweise schmale Novelle so zeitlos – und warum war sie für Hesse ein derart wichtiger Text?

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Der Name der Rose – das Buch meines Lebens

Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.

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