Ein Lump bleibt ein Lump

Gerade habe ich wieder ein wunderbares Beispiel dafür entdeckt, wie gut Johann Nestroy (1801-1862) in unsere Zeit passt: Das Landestheater Linz hatte Der böse Geist Lumpazivagabundus auf die Bühne gebracht, irgendwer hatte die Aufführung irgendwo ins Netz gestellt – und ich habe Tränen gelacht. Trashig-kitschige Geistdarstellungen, ein Hauch moderner Polizei, schräger Gesang, sichtbare Spielfreude. Kurzum: Anlass genug, sich diese Zauberposse mit Gesang in drei Akten noch einmal ganz altmodisch als Reclam-Ausgabe zu Gemüte zu führen. Es lohnt sich. Sehr.

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Gestrüpp und Geschichte

Hätte ich doch bloß keine Turnschuhe getragen. Gummistiefel wären besser gewesen. Der Weg zum „Objekt der Begierde“ führte über einen Feldrand – und vor ein paar Minuten hatte es noch geregnet. Egal. Ich wollte unbedingt zu den zugewucherten Gebäuden, die mitten in der Landschaft stehen. Relikte einer Bergbaugeschichte, die die Region über Jahrzehnte geprägt hat.

Orientierung im Jetzt.

Schon länger hatte ich mir vorgenommen, genau diese Geschichte für einen Zeitungsartikel aufzuarbeiten. Die Reste der Erzgruben in Dützen – heute Potts Park – und, ein wenig über den Tellerrand hinaus, das Besucherbergwerk in Kleinenbremen sind bekannt. Doch mich interessierte auch die Kohleförderung. Und damit vor allem Minden-Meißen.

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Melodie von Liebe und Sehnsucht

Sein zweites Wort nach „Mama“ war „Mahler“. Und sie wollte wissen, warum Dostojewski die langweiligen Bücher so lang geschrieben hatte und Der Spieler so kurz. Er ist Hannes, sie Polina. Er verliebt sich, sie vielleicht auch. Auf jeden Fall will er – das Kind – nur noch mit ihr zusammen sein. Doch Hannes Prager versteht nicht, als ihm seine Mutter erklärt, Polina werde nun eine Weile weg sein. Ist es wirklich, weil sie ihrer Mutter Güneş in Istanbul zur Hand gehen muss? Hannes wartet nicht lange, sondern versucht nur noch, sich an den Klang ihrer Stimme zu erinnern.

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Erst Amore, dann Absturz

An mein erstes live erlebtes Konzert von Marco Wanda erinnere ich mich genau. Im Capitol in Hannover war das. Die Eintrittskarten stecken noch heute in der CD-Hülle von Amore. Dienstag, 1. Dezember 2015. Wir waren früh da, bekamen den Soundcheck mit, die Vorband – und dann sogar eine eigene Version von „Bologna“. Schließlich der Auftritt von Wanda, damals noch mit Christian Hummer am Schlagzeug, der 2022 starb.

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Zwischen Feuer und Fantasie

Ein kleiner, aber feiner Mittelaltermarkt fand diesmal in Minden statt – keine große Reenactor-Messe, sondern eine dreitägige Veranstaltung im Sommerbad. Zum zweiten Mal ausgerichtet, bot er eine dichte, freundliche Atmosphäre: Leckeres, Gaukelei und Musik. Besonders schön war die Band „Unvermeydbar“ aus Hofgeismar, die vor dem Osterfeuer spielte. Für einen kurzen Moment erinnerte es mich an ein Feuer unterm Galgen – dann war da wieder einfach nur die stimmige, warme Stimmung des Abends.

Der Eintritt war weiterhin moderat (fünf Euro), die siebenjährige Tochter kam kostenlos hinein. Auffällig war, dass das Publikum zunehmend aus der Fantasy-Szene bestand – die Orks waren klare Hingucker. Warum auch nicht?

Ein Moment für die Kamera – und einer daneben.

Der Blick gehört nie nur einem.

Ein Fremder, mittendrin und doch geheimnisvoll.

Die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt.