Gerade habe ich wieder ein wunderbares Beispiel dafür entdeckt, wie gut Johann Nestroy (1801-1862) in unsere Zeit passt: Das Landestheater Linz hatte Der böse Geist Lumpazivagabundus auf die Bühne gebracht, irgendwer hatte die Aufführung irgendwo ins Netz gestellt – und ich habe Tränen gelacht. Trashig-kitschige Geistdarstellungen, ein Hauch moderner Polizei, schräger Gesang, sichtbare Spielfreude. Kurzum: Anlass genug, sich diese Zauberposse mit Gesang in drei Akten noch einmal ganz altmodisch als Reclam-Ausgabe zu Gemüte zu führen. Es lohnt sich. Sehr.
Ein Lump bleibt ein Lump weiterlesenSchlagwort: Johann Nestroy
Der Mann, der die Zauberwelt entzauberte
Dass er ein Österreicher ist, hatte mein liebster Germanistikprofessor plakativ auf seiner Sprechzimmertür dokumentiert. Durch ihn wurde ich – vermutlich schon im ersten Semester – auf Johann Nepomuk Nestroy aufmerksam, den „wienerischen Shakespeare“. Dass ich mein Studium Jahre später mit Nestroy abschließen sollte, ahnte ich damals noch nicht. Das Wiener Vorstadttheater, dessen prägende Gestalten neben Nestroy Ferdinand Raimund und der Theaterdirektor Carl Carl waren, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Wer war dieser Mann, den der Wiener Kritiker Karl Kraus später als den größten deutschen Satiriker würdigen sollte?
Der Mann, der die Zauberwelt entzauberte weiterlesen