Ein kleiner Markt voller feiner Momente

Ein kleiner, aber feiner Mittelaltermarkt war das in Minden. Keine große Reenactor-Messe diesmal – die ich immer mochte, die aber lokal wohl schwer zu stemmen ist –, sondern eine dreitägige Veranstaltung im Sommerbad.

Zum zweiten Mal ausgerichtet, und durchaus gelungen: eine dichte, freundliche Atmosphäre, dazu Leckeres, Gaukelei und Musik. Besonders schön: „Unvermeydbar“ aus Hofgeismar, die vor dem Osterfeuer spielten. Für einen Moment hatte das etwas von einem Feuer unterm Galgen – und mir kam doch glatt ein flüchtiger Gedanke an Der Name der Rose.

Lohnenswert war das alles ohnehin, auch wegen des weiterhin moderaten Eintritts von fünf Euro. Die siebenjährige Tochter kam kostenlos rein.

Auffällig ist, wie sehr sich das Publikum verändert: Mittelaltermärkte ziehen längst nicht mehr nur „klassische“ Gewandete an. Zunehmend mischt sich die Fantasy-Szene darunter – die Orks waren dabei klare Hingucker. Warum auch nicht?


Hier noch ein paar Bilder

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Singsang in der alten Heimat

Das war ja dann mal ein richtig toller Auftritt. Gemeinsam mit Ako Patz habe ich beim Kulturfrühstück in der Kulturfabrik Vlotho gespielt. Allesamt Klassiker, denen wir unseren eigenen Stempel aufgedrückt haben. Dass die Veranstaltung schon vorab ausverkauft war, hat mich beeindruckt – zumal wir schon länger nicht mehr in Vlotho gespielt hatten, zuletzt eher im Nachbarkreis Minden-Lübbecke, heute ja mein Zuhause. Ich freue mich, dass es jetzt schon wieder einen neuen Termin in meiner alten Heimatstadt gibt: am Donnerstag, 19. November, ab 19 Uhr wieder in der Kulturfabrik. Die Veranstaltung heißt „Kleiner Freitag“ und soll schon einmal auf das unmittelbar folgende Wochenende einstimmen. 😊

Bis dahin passiert musikalisch natürlich noch einiges …

Der Klang jenseits des Preisschilds

Seit ein paar Wochen spiele ich eine Harley Benton. Und je länger ich sie spiele, desto unbequemer wird eine Frage: Warum geben wir für Gitarren mehrere tausend Euro aus? Für den Klang – oder für das Gefühl, etwas „Richtiges“ in der Hand zu halten?

Natürlich klingt Sperrholz anders als Mahagoni. Aber wo genau liegt der klangliche Unterschied zwischen 349 und 5.000 Euro – und wer hört ihn wirklich? Auf meiner Musik-Seite versuche ich eine Antwort.

Warum mich eine Harley Benton mehr überzeugt hat, als ich erwartet hätte – ein persönlicher Test aus Musikerperspektive. Hier klicken.

Ein Theater unter der Erde

Die Zeit hatte das kleine Amphitheater zugeschüttet. Erst Luftaufnahmen legten nahe, dass es im Mindener Königsglacis einst Kulturveranstaltungen gegeben hat. Auch ein Gemälde von Hans Korth aus der Zeit um 1946 deutet darauf hin.

Nun will die Stadt diese ehemalige Spielstätte wiederbeleben – was ich grandios finde. Noch ist während der Sanierungsarbeiten wenig zu sehen. Und doch: Mit ein bisschen Fantasie ist das Theater zwischen gefallenen Baumriesen bereits wieder erkennbar. Ein Ort, der sich langsam wieder erinnert.

Zum Glück hatte ich beim Spaziergang die Kamera dabei.

Die Zeit hatte Spuren hinterlassen – aus der Luft wird das Amphitheater sichtbar.
Vor über 70 Jahren hat Hans Korth das Amphitheater gemalt.
Künftig wieder ein Ort für Kultur? Find ich gut.

Zwischen Mauern und Worten — Konrad Hojer im Kloster Möllenbeck

Eigentlich habe ich seit Jahren die Angewohnheit, bei von mir besuchten Orten nach literarischen Bezügen Ausschau zu halten. Haben dichtende Menschen hier ihre Spuren hinterlassen? Beim Kloster Möllenbeck in Rinteln, das ich schon seit frühen Schulzeiten wegen des dortigen Jugendgästehauses kenne, bin ich allerdings erst jetzt darauf gekommen. Dass es hier einen Subprior namens Konrad Hojer gab, der sich anno 1611 (so lange ist das her!) sogar mit einer Dichterkrone schmücken durfte, ist vollends an mir vorbeigegangen. Na ja – und bei der eigenen Hochzeit, die ich vor jetzt neun Jahren in der angrenzenden Kloster-Gastronomie gefeiert habe, hatte ich noch anderes im Sinn.

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