Auf der Suche nach dem weißen Licht

Literatur schenkt Erfahrungen. Im besten Fall sorgt sie für Rausch – ganz ohne die ungesunden Konsequenzen, die der Konsum realer Substanzen im echten Leben mit sich bringt. Tragisch ist dabei nur, dass ausgerechnet diejenigen, die uns diesen fiktiven Rausch ermöglichen, oft selbst unter einer künstlich heraufbeschworenen Bewusstseinserweiterung gelitten haben. Edgar Allan Poe und sein in Wein gelöstes Opium (Laudanum) ist ein Beispiel von vielen; Georg Trakl, der als Apotheker leichten Zugang zu Morphin hatte, ein anderes. Auch T.C. Boyle kennt sich aus eigener Erfahrung mit den Abgründen synthetischer Drogen aus. Genau deshalb geht ein Roman wie Das Licht so unglaublich in die Tiefe.

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Wenn gute Gitarren plötzlich günstiger werden

Ich bin kein Musik-Influencer, kein Endorser und ganz bestimmt kein Marketing-Experte. Aber es gibt Instrumente, die mich über viele Jahre begleiten – und die Gitarren von Walden gehören eindeutig dazu. Seit knapp 15 Jahren verfolge ich die Entwicklung der Marke und finde spannend, was aktuell auf dem Markt passiert: Viele Walden-Modelle gibt es gerade zu ungewöhnlich niedrigen Preisen. Da lohnt es sich durchaus, mal etwas tiefer ins Thema einzusteigen.

Wer sich mit Walden beschäftigt, stößt schnell auf Jonathan Lee. In Social Media ist der Walden-Gründer gerade sehr präsent – sympathisch, unaufgeregt und mit ehrlicher Leidenschaft für Instrumente. Lee ist gelernter Geigenbauer und selbst ein hervorragender Gitarrist. Gemeinsam mit dem Gitarrenbauer Charles Fox (CFox Guitars, San Francisco) und dem taiwanischen Hersteller KHS Musical Instruments gründete er Walden 1996.

Der Name ist kein Zufall: „Walden“ verweist auf das berühmte Buch des Philosophen Henry David Thoreau – eine Anspielung auf Natürlichkeit, Entschleunigung und den Gedanken, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Für Lee offenbar Eigenschaften, die auch zur Philosophie der Instrumente passen.

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Die Odyssee ist fürs Kino gemacht

Mehr Wucht geht nicht! Ich war völlig geflasht: The Odyssey von Christopher Nolan stand auf dem Plan – erlebt allumfassend in „iSense“, im Sound, der wohl nur vor der großen Leinwand möglich ist und sich (das ist der erste Grund) deutlich vom üblichen TV-Erlebnis auf dem Sofa zu Hause abhebt. Das „Sofa“ im UCI-Kino in Bad Oeynhausen schien direkt mit dem Soundsystem verbunden zu sein; der Zyklop könnte genauso gut direkt hinter einem stehen. Überhaupt donnert der Götterhall. Alles sehr laut – wie meine Frau meinte, die sich zeitweise Taschentücher in die Ohren stopfte.

Ich habe dann beim Film vermutet, dass dieses physisch nahezu greifbare Erleben durchaus mit Fritz Langs Nibelungen vergleichbar ist – gemessen an den (noch fehlenden) Sehgewohnheiten, die das gemeine Kinopublikum anno 1924 hatte. Schon damals wurden viele Sinne angesprochen, auch wenn vielleicht nur Klaviermusik oder ein Kinoorchester hörbar waren.

Wie die Nibelungen gehört natürlich auch Homers Epos rund um die zehnjährige Irrfahrt des Odysseus zum literarischen Weltkanon. Und die neue Verfilmung ist wirklich gelungen – nicht zuletzt wegen der Inszenierung selbst, der technischen Umsetzung mit 70mm-IMAX-Filmkameras und dem extrem starken Cast. Ich vermute mal, dass der Film auch Jahre später noch als Meilenstein bewertet wird.

Also: Unbedingt ins Kino gehen und nicht auf DVD, Blu-ray oder Streaming warten. Denn – wie sagte mein alter Kumpel schon nach Der Herr der Ringe: „Solche Filme sind fürs Kino gemacht.“ Recht hat er.