Wer an Hermann Hesse denkt, dem kommen meist Weltbestseller wie Siddhartha, Der Steppenwolf oder Demian in den Sinn. Doch ein oft übersehenes, erzählerisch bemerkenswertes Werk seines Œuvres ist die Novelle Klein und Wagner. Erstmals im Oktober 1919 in der Zeitschrift Vivos Voco vorabgedruckt, markiert sie einen der radikalsten Wendepunkte in Hesses Leben und Schreiben. Ich habe den Text in einem Rutsch gelesen, war sofort drin in der Geschichte. Doch was macht diese vergleichsweise schmale Novelle so zeitlos – und warum war sie für Hesse ein derart wichtiger Text?
Wer sich selbst entkommt, ist noch lange nicht frei weiterlesenMonat: Mai 2025
Wallanders Rückkehr aus der Finsternis
Wiederlesen ist fast so schön wie Wiedersehen. Bei Der Mann, der lächelte von Henning Mankell habe ich mir diesmal eine weitere Dimension gegönnt: das Wiederhören. Ermöglicht hat dies das wunderbar produzierte Hörspiel von Christian Hagitte und Simon Berteling (Der Hörverlag). Der Roman ist hier auf 107 Minuten komprimiert – doch das so geschickt, dass kaum ein Spannungsmoment fehlt. Eine großartige Inszenierung mit Heinz Kloss als Kurt Wallander und dem 2025 verstorbenen Christoph Schobesberger. Wer es lieber etwas ruhiger mag und die tiefe Einsamkeit des Kommissars spüren will, dem sei die Lesung von Ulrich Pleitgen ans Herz gelegt, die den schwermütigen Kern der Figur besser einfängt als die zügige Hörspiel-Fassung. Oder man greift natürlich zum Buch.
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