Ich war beim Blick auf mein Bücherregal neugierig geworden: Funktioniert dieser Krimi auch nach über 30 Jahren noch? Kann ich mich erneut in Wallander vertiefen und in die Welt rund um Ystad abtauchen? Die Antwort lautet dreimal: Ja. Henning Mankell funktioniert immer noch – heute vielleicht sogar noch ein bisschen besser als „historischer“ Krimi; als eine Geschichte aus einer Zeit ohne Smartphone und modernste Forensik.
Der Ursprung eines Phänomens weiterlesenMonat: Januar 2025
Auf der Suche nach dem weißen Licht
Literatur schenkt Erfahrungen. Im besten Fall sorgt sie für einen Rausch – ganz ohne die ungesunden Konsequenzen, die der Konsum realer Substanzen im echten Leben mit sich bringt. Tragisch ist dabei nur, dass ausgerechnet diejenigen, die uns diesen fiktiven Rausch ermöglichen, oft selbst unter einer künstlich heraufbeschworenen Bewusstseinserweiterung gelitten haben. Edgar Allan Poe und sein in Wein gelöstes Opium (Laudanum) ist ein Beispiel von vielen; Georg Trakl, der als Apotheker leichten Zugang zu Morphin hatte, ein anderes. Auch T. C. Boyle kennt sich aus eigener Erfahrung mit den Abgründen synthetischer Drogen aus. Genau deshalb geht ein Roman wie Das Licht so unglaublich in die Tiefe.
Auf der Suche nach dem weißen Licht weiterlesenDie Geburtsstunde eines Afrika-Reisenden
Es gab einen Mankell vor Wallander und lange vor den großen Afrika-Epen, die wir heute kennen. Der Sandmaler ist ein echtes Frühwerk. Wer Henning Mankells Werk liebt, erkennt das sofort – nicht etwa, weil der Roman schwach wäre, sondern weil er eine ganz eigene, fast noch ungeschliffene Energie besitzt. Mankell war gerade 24 Jahre alt, als er das erste Mal afrikanischen Boden betrat. Nach seiner Rückkehr schrieb er diesen Roman, der 1974 in Schweden erschien und erst Jahrzehnte später den Weg zu uns fand.
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