Es würde mich nicht wundern, wenn im Tal plötzlich der Hörnerhannes um die Ecke käme. Robert Seethalers skurrile Figur, jene geheimnisvolle Klammer in Ein ganzes Leben, würde erstaunlich gut in die Welt von Tommy Goertz passen. Beide Autoren erschaffen Landschaften, die weit mehr sind als Kulisse. Sie prägen die Menschen, bewahren Erinnerungen und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten. Manchmal spricht das Schweigen lauter als jedes geschriebene Wort.
Wenn der Hörnerhannes durchs Tal ginge weiterlesenSchlagwort: Kriminalroman
Ein letztes Wiedersehen
Wieder eine schöne Literatur-Erfahrung: Mord im Herbst fühlte sich für mich bei der Wiederlektüre wie eine Reprise an – eine Rückkehr in die Welt Kurt Wallanders, obwohl ich mich von der Figur eigentlich längst verabschiedet hatte. Vielleicht hat mich die Erzählung von Henning Mankell auch deshalb so überzeugt, weil Wallander nach all den Romanen und Hörbüchern noch immer in meinem Kopf präsent war.
Ein letztes Wiedersehen weiterlesenAbschied vom liebsten Kommissar
Schließlich das Finale: Der Feind im Schatten ist weit mehr als nur der zehnte und letzte Fall um Kurt Wallander; es ist die Bilanz eines ganzen Lebens. Henning Mankell verknüpft einen hochpolitischen Spionagefall, dessen Wurzeln bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreichen, mit dem wohl privatesten und grausamsten Kampf, den Wallander jemals führen musste: dem Kampf gegen sein eigenes Vergessen.
Abschied vom liebsten Kommissar weiterlesenWie Wallander zu Wallander wurde
Eigentlich hatte ich mit Kurt Wallander bereits abgeschlossen. Nach dem letzten Roman war die Reihe von Henning Mankell für mich beendet, eine jener seltenen Leseerfahrungen, die lange nachwirken. Umso größer war die Überraschung, als ich in einer Buchhandlung Die Pyramide entdeckte. Natürlich kaufte ich das Buch sofort. Und rückblickend war das eine ausgezeichnete Entscheidung.
Wie Wallander zu Wallander wurde weiterlesenEin echter Gradmesser
Ich habe Henning Mankells Die fünfte Frau auch deshalb so gerne gelesen, weil dieser Roman für mich ein echter Gradmesser ist. Beim Lesen merke ich schnell, ob ein Buch mich wirklich erreicht oder nicht. Ich glaube, genau das hat die Romane um den schwedischen Kommissar Kurt Wallander für mich von Anfang an so packend gemacht. Wallander ist in all seinen Schwächen nahbar, auch in seinen schmerzhaften Verlusten. Mankell schreibt so, dass dieser Mann fast zu einem Teil von dir selbst wird – weil du seinen Kosmos verstehst, seine mentalen Strategien nachvollziehen kannst und auch seine Fluchten begreifst. Weil er im besten Sinne anders ist; ein Mensch, dem man die große Oper, das heroische Ermittlertum, gar nicht zutraut.
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