Das Ende der Idylle

Henning Mankell packt sofort. Immer in den ersten Szenen, immer ein Geschenk für Filmemacher. So auch in Die falsche Fährte. Es ist ein schwüler Sommertag, die Ernte steht kurz bevor, und mitten in einem Rapsfeld harrt ein junges Mädchen aus. Sie wartet nicht, sie flieht nicht – sie übergießt sich mit Benzin und verbrennt vor den Augen des entsetzten Kommissars. Diese Szene besitzt eine so schreckliche visuelle Kraft, dass sie sich tief in das cineastische Kollektivgedächtnis eingebrannt hat. Für Kurt Wallander ist dieses Trauma der Auftakt zu einem Sommer, der ihn an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit führen wird. Denn das Mädchen im Rapsfeld war nur der Anfang.

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Wallanders Rückkehr aus der Finsternis

Wiederlesen ist fast so schön wie Wiedersehen. Bei Der Mann, der lächelte von Henning Mankell habe ich mir diesmal eine weitere Dimension gegönnt: das Wiederhören. Ermöglicht hat dies das wunderbar produzierte Hörspiel von Christian Hagitte und Simon Berteling (Der Hörverlag). Der Roman ist hier auf 107 Minuten komprimiert – doch das so geschickt, dass kaum ein Spannungsmoment fehlt. Eine großartige Inszenierung mit Heinz Kloss als Kurt Wallander und dem 2025 verstorbenen Christoph Schobesberger. Wer es lieber etwas ruhiger mag und die tiefe Einsamkeit des Kommissars spüren will, dem sei die Lesung von Ulrich Pleitgen ans Herz gelegt, die den schwermütigen Kern der Figur besser einfängt als die zügige Hörspiel-Fassung. Oder man greift natürlich zum Buch.

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Wenn Weltpolitik im Vorgarten landet

Henning Mankell hat zwei Szenen geschrieben, die sich fest in meinem Gedächtnis eingebrannt haben. Ich kann das Kopfkino auch über 30 Jahre nach der ersten Lektüre jederzeit starten. Beide Szenen stammen aus Die weiße Löwin, für mich der vielleicht beste Roman der Reihe.

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Der Ursprung eines Phänomens

Ich war beim Blick auf mein Bücherregal neugierig geworden: Funktioniert dieser Krimi auch nach über 30 Jahren noch? Kann ich mich erneut in Wallander vertiefen und in die Welt rund um Ystad abtauchen? Die Antwort lautet dreimal: Ja. Henning Mankell funktioniert immer noch – heute vielleicht sogar noch ein bisschen besser als „historischer“ Krimi; als eine Geschichte aus einer Zeit ohne Smartphone und modernste Forensik.

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