Wenn der Hörnerhannes durchs Tal ginge

Es würde mich nicht wundern, wenn im Tal plötzlich der Hörnerhannes um die Ecke käme. Robert Seethalers skurrile Figur, jene geheimnisvolle Klammer in Ein ganzes Leben, würde erstaunlich gut in die Welt von Tommy Goertz passen. Beide Autoren erschaffen Landschaften, die weit mehr sind als Kulisse. Sie prägen die Menschen, bewahren Erinnerungen und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten. Manchmal spricht das Schweigen lauter als jedes geschriebene Wort.

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Warum guter Humor harte Arbeit ist

Wenn sie Loriot lesen, strecken sie die Arme gen Himmel. Um den Meister zu ehren. Für die Szenen einer Ehe, für die wunderbaren Filme, überhaupt für alles, was er geschaffen hat. Loriot ist ihr gemeinsamer Fixstern. Aber auch die beiden Akteure – namentlich Moritz Netenjakob und Christoph Maria Herbst – stehen auf der Skala des gepflegten Humors ganz weit oben. Das hat auch die wunderbare Lesung in Bad Salzuflen gezeigt, der ich – ein Geschenk meiner Frau – jetzt beiwohnen durfte.

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Das Grauen in hellster Zeit

Ich müsste schon meinen Kopf resetten, wenn ich diesen Wunsch erfüllt bekäme: Henning Mankells Mittsommermord gehört zu den Romanen, die ich gerne noch einmal „zum ersten Mal“ lesen würde. Dabei hilft mir nicht einmal die Zeit, denn im Buch selbst hatte ich damals ein Datum notiert: Das erste Mal war im August 2002 und das Leserlebnis so intensiv, dass ich mich noch heute – 24 Jahre später – an nahezu alles erinnere. Ich lese das Buch wie einen alten Bekannten. Aber auch das ist ein Genuss. Immerhin.

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Die Apokalypse im Vorgarten

Irgendwann fahren sie mit Booten von Haus zu Haus – und keiner fragt mehr, warum das so ist. In seinem Roman Blue Skies seziert T. C. Boyle das langsame Erwachen einer kalifornischen Familie im Zentrum der Klimakatastrophe. Da ist Mutter Ottilie, die versucht, ihren ökologischen Fußabdruck mit dem Frittieren von Grillen zu retten. Ihre Tochter Cat, eine Influencerin in Florida, die sich als Lifestyle-Accessoire eine Tigerpython zulegt. Und Cooper, Ottilies Sohn und Insektenforscher, der als Einziger sehenden Auges in den Abgrund blickt.

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Der Name der Rose – das Buch meines Lebens

Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.

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