Scharfe Kanten, stumme Zeugen

Der Schein des Feuers wirft lange, unruhige Schatten an die Holz- und Lehmwände der Hütte. Das Eisen des Stichels kratzt leise, aber bestimmt über die kühle Rückseite einer Fibel. Span für Span weicht das Metall. Kein schnelles Schreibwerkzeug gleitet hier über Pergament; jeder Strich ist Arbeit. Eine senkrechte Linie führt nach unten, zwei schräge Zacken setzen an – eckig und karg, angepasst an das Material.

Ob sich eine solche Szene tatsächlich abgespielt hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist sie zumindest nicht völlig abwegig. Und ihr wisst es ja: Literatur und Fantasie gehören zusammen und befruchten sich – was den wissenschaftlichen Anspruch ja nicht zwangsläufig ausblendet.

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