Die Apokalypse im Vorgarten

Irgendwann fahren sie mit Booten von Haus zu Haus – und keiner fragt mehr, warum das so ist. In seinem Roman Blue Skies seziert T. C. Boyle das langsame Erwachen einer kalifornischen Familie im Zentrum der Klimakatastrophe. Da ist Mutter Ottilie, die versucht, ihren ökologischen Fußabdruck mit dem Frittieren von Grillen zu retten. Ihre Tochter Cat, eine Influencerin in Florida, die sich als Lifestyle-Accessoire eine Tigerpython zulegt. Und Cooper, Ottilies Sohn und Insektenforscher, der als Einziger sehenden Auges in den Abgrund blickt.

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Der schöne Schein des Untergangs

Wenn Jacques stirbt, stirbt bald auch die Monarchie. Dabei war Jacques doch nur Personal – mehr noch als alle anderen ein bloßes Anhängsel, mit dem sich der Gutbürger umgibt. Ein Anhängsel, dessen Unterkunft bezeichnenderweise nicht einmal ins Herrenhaus integriert ist, sondern buchstäblich draußen dranhängt. Und doch war dieser Diener genau so unehrlich wie die Offiziere, die Möchtegern-Leutnants und all jene, die krampfhaft den Mythos hochhalten, ihr Urgroßvater habe einst in der Schlacht von Solferino dem Kaiser das Leben gerettet.

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Spießbürgertum und Flüchtlingsleid – damals wie heute

Für Johann Wolfgang von Goethe war das Jahr 1797 ein Jahr des Erfolgsdrucks. Sein Wilhelm Meister kam beim Publikum gemischt an – Charlotte von Stein fand ihn schlicht langweilig. Zudem wollte und musste der Geheimrat seine Finanzen aufbessern. Obwohl er als Staatsbeamter in Weimar gut verdiente, schwebte ihm wohl schon der Kauf des Landguts Oberroßla vor, um dort mit Christiane Vulpius zu leben.

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Wo das Unausgesprochene regiert

Interessant wird ein Leben ja erst dann, wenn es die gerade Bahn verlässt – und die erwarteten Muster. Oder, wie es Eva Schmidt in Die untalentierte Lügnerin erzählt, gar nicht erst in diese Muster passen will. Dass daraus Konflikte entstehen, ist logisch. Nicht nur mit sich selbst, sondern vor allem mit der Mutter und ihren durchaus überkommenen, verlogenen Wertvorstellungen.

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Pompeji als zeitlose Mahnung

Wie nur wenige andere Autoren versteht es Robert Harris, historische Fakten meisterhaft mit Fiktion zu verknüpfen. In seinem Bestseller Vaterland tat er das so konsequent, dass man ihm die beklemmende Dystopie – ein fortbestehendes NS-Regime in den Fünfzigern – von der ersten Seite an abnahm. Was zunächst hanebüchen klingen mag, funktioniert innerhalb der Geschichte perfekt. Bei Pompeji ist es genau das Gleiche.

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