Alex Capus und die absurden Machtspiele in Deutsch-Ostafrika

Bücher zur Kolonialgeschichte faszinieren mich, da dieses Kapitel unserer Vergangenheit noch längst nicht ausreichend aufgearbeitet ist. Ein wunderbar kurzweiliger und historisch fundierter Zugang ist der Roman Eine Frage der Zeit von Alex Capus, der die kolonialen Machtspiele in Deutsch-Ostafrika beleuchtet. Besonders die teils überzeichneten Charaktere spiegeln die historische Absurdität des Geschehens perfekt wider.

Im Jahr 1913 reisen die Papenburger Werftarbeiter Anton Rüter, Hermann Wendt und Rudolf Tellermann im Auftrag der Kolonialverwaltung nach Ostafrika. Ihr Ziel: das zuvor in Deutschland probeweise montierte, dann für den Transport zerlegte Dampfschiff Goetzen am Tanganjikasee endgültig zusammenzusetzen. Das imposante Schiff soll vor allem die belgischen Nachbarn im Kongo beeindrucken. Schon der Transport – verpackt in rund 5.000 Kisten, verschifft auf drei Dampfern und per Bahn nach Kigoma transportiert – gerät zum logistischen Abenteuer.

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Pentax ME Super – klein, elegant und bis heute eine große Kamera

Dass die Kamera aus den Achtzigerjahren stammt, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Sie ist ausgesprochen handlich, fast klein im Gegensatz etwa zu den wuchtigen Praktica-Modellen dieser Epoche. Wo andere Kameras der damaligen Zeit schwer in der Hand liegen und fast schon mechanische Kompromisslosigkeit ausstrahlen, wirkt die Pentax ME Super wie ein leises Versprechen: Fotografie ohne Ballast, reduziert auf das Wesentliche, verpackt in zeitlose Eleganz.

Um zu verstehen, warum die ME Super so kompakt gebaut ist, muss man einen Blick auf die späten 1970er-Jahre werfen. Bis dahin waren Spiegelreflexkameras (SLRs) oft klobige, schwere Arbeitsgeräte – man denke nur an die legendäre, aber massive Pentax K1000. Doch der Markt verlangte nach Leichtigkeit.

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Warum es schade ist, Goethe nicht zu lesen

Keine Schande sei es, Goethe nicht zu lesen – so stellt Gustav Seibt gleich zu Beginn seines neuen Buches Ein Sommer mit Goethe beruhigend klar. Aber, und da pflichte ich ihm aus vollem Herzen bei: Es ist schlicht schade.

Diesen „Sommerkurs“ – Seibts Klappentext spricht treffend von einer Einführung in den Goetheschen Kosmos – habe ich tatsächlich mitten im Sommer absolviert. Nach akademischem Pflichtprogramm fühlte sich die Lektüre allerdings zu keiner Zeit an. Nach fast 40 Jahren Auseinandersetzung mit dem alten Geheimrat – mal intensiver, mal aus der Distanz – darf ich mich durchaus zu jenen zählen, die sein Werk gut kennen. Die Leiden des jungen Werther gehören seit Langem zu meinen Lebensbüchern. Auch durch zahlreiche Biografien habe ich mich gearbeitet – von Heinrich Dörings früher Darstellung aus dem Jahr 1853 bis zu Rüdiger Safranskis Goethe. Kunstwerk des Lebens.

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110 Millimeter Kindheit: Die kleine Kamera mit meinem Namen

Beim Durchblättern alter Fotoalben der Familie fiel es auf: Der kleine Oliver hatte auf fast jedem Bild eine Kamera dabei. Lässig in der Hand, sicher in einer kleinen Fototasche verstaut – samt Namenszug, man wollte das gute Stück ja nicht verlieren. Die Bilder, die ich damals mit der Porst Pocketpak EB geknipst habe, existieren auch ein halbes Jahrhundert später noch. Leicht verfärbt vom Zahn der Zeit, sicher keine Kunstwerke – aber Erinnerungen, die geblieben sind.

Und jetzt das Beste: Die Kamera habe ich noch.

Wer dieses Glück nicht hat, heute aber mit der Pocketpak fotografieren möchte, findet sie für wenig Geld auf den einschlägigen Gebraucht-Portalen. Die kleinen Kameras von Porst sind eine günstige Einstiegsdroge in die 110er-Fotografie. Während Kameras wie die Pentax Auto 110 oder die Rollei A110 teuer gehandelt werden, bekommt man die Porst-Modelle oft für ein paar Euro – übrigens auch auf Flohmärkten. Vielleicht schlummert auf irgendwelchen Dachböden oder in Kellern noch die eine oder andere Pocketpak-Kamera.

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Alte Kameras und der unfassbare Wert des Wartens

Smartphone in Position gebracht, fotografiert, kurz kontrolliert – und vergessen. Dauerhaft bleibt da oft nichts. Tiefe auch nicht. Natürlich könnte ich genauso fotografieren wie alle anderen. Kontrolliert ja keiner. Und trotzdem zieht es mich immer wieder zurück zu meiner alten Kamera und zum Film.

Die Antwort darauf habe ich irgendwann beim Modellbau gefunden. Wer schon einmal ein Miniaturflugzeug gebaut hat, weiß: Man bastelt nicht nur für das fertige Modell im Regal. Der eigentliche Wert liegt im Weg dorthin. Jedes winzige Bauteil, das entgratet, geklebt und lackiert wird, verändert den Blick auf das fertige Werk. Es entsteht eine Beziehung zu dem, was man am Ende in den Händen hält. Genauso empfinde ich inzwischen wieder das Fotografieren auf Film.

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