Zwischen Amore und Absturz

An mein erstes live erlebtes Konzert von Marco Wanda erinnere ich mich genau: im Capitol in Hannover. Die Eintrittskarten stecken noch heute in der CD-Hülle von Amore. Dienstag, 1. Dezember 2015. Wir waren früh da, bekamen den Soundcheck mit, samt Vorband und deren eigene Version von Bologna. Schließlich der Auftritt von Wanda, damals noch mit Christian Hummer am Keyboard, der 2022 starb.

Wie Wanda diesen Verlust verarbeitet – und überhaupt, wie es der Band in den Jahren des Erfolgs erging –, lässt sich in Dass es uns überhaupt gegeben hat nachlesen. Der Titel ist programmatisch: Er verweist nicht nur auf das gleichnamige Stück, sondern auf ein Lebensgefühl zwischen Euphorie und Endlichkeit.

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Die leise Präsenz der Caroline von Humboldt

Und so könnte ich sie an fast jedem Morgen sehen. Denn an fast jedem Morgen komme ich an ihrem Porträt vorbei – oder genauer: an der Silhouette, die an der Klinkerwand des Herder-Gymnasiums angebracht ist, gleich neben der des Namensgebers, der – so mögen es besonders schlaue Menschen bewerten – möglicherweise wichtiger gewesen sei. Die Rede ist von Caroline von Humboldt, einer ausgesprochen modernen Frau, die vor 260 Jahren in Minden geboren wurde, vielleicht an der heutigen Kampstraße 25.

Vor zehn Jahren hat die Redaktion, in der ich arbeite, ihr eine ganze Zeitungsseite gewidmet. Heute will ich wenigstens in meinem Blog an die berühmte Mindenerin erinnern.

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Scharfe Kanten, stumme Zeugen

Der Schein des Feuers wirft lange, unruhige Schatten an die Holz- und Lehmwände der Hütte. Das Eisen des Stichels kratzt leise, aber bestimmt über die kühle Rückseite einer Fibel. Span für Span weicht das Metall. Kein schnelles Schreibwerkzeug gleitet hier über Pergament; jeder Strich ist Arbeit. Eine senkrechte Linie führt nach unten, zwei schräge Zacken setzen an – eckig und karg, angepasst an das Material.

Ob sich eine solche Szene tatsächlich abgespielt hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist sie zumindest nicht völlig abwegig. Und ihr wisst es ja: Literatur und Fantasie gehören zusammen und befruchten sich – was den wissenschaftlichen Anspruch ja nicht zwangsläufig ausblendet.

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Abseits der Welt der Abseitigen

Maria und Josef Moosbrugger sind ein schönes Paar – und doch täuscht der äußere Schein. Schönheit kann die Wirklichkeit überblenden, und für manche wirkt sie fremdartig, fast bedrohlich. Die Moosbruggers leben mit ihren vier Kindern am Rand eines österreichischen Bergdorfs, abseits der Welt der Abseitigen. Monika Helfer erzählt die eigene Geschichte in ihrem Roman Die Bagage.

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Vielleicht war es das Licht

Du stehst am Meer und schließt die Augen. Du spürst alles und hältst einen Moment inne. Und dann öffnest du doch den Blick. Du schaust hoch – und siehst dieses Licht. Das Licht und, wenn du den Blick senkst, das Meer. Und die Bäume, diese seltsam vom Wind geformten Bäume.

Die Kunst hat hier nach Muße gesucht, nach Gesundheit oder nach Liebe. Die Kinder wollten Freiheit. Robert Musil, Kurt Tucholsky, Alfred Kerr, Franz Kafka, Erich Kästner, Hans Fallada, dann Walter Kempowski – große Namen neben vielen weiteren. Und wirklich: Graal-Müritz ist ein eigentümlicher Ort.

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