Ein letztes Wiedersehen

Wieder eine schöne Literatur-Erfahrung: Mord im Herbst fühlte sich für mich bei der Wiederlektüre wie eine Reprise an – eine Rückkehr in die Welt Kurt Wallanders, obwohl ich mich von der Figur eigentlich längst verabschiedet hatte. Vielleicht hat mich die Erzählung von Henning Mankell auch deshalb so überzeugt, weil Wallander nach all den Romanen und Hörbüchern noch immer in meinem Kopf präsent war.

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Abschied vom liebsten Kommissar

Schließlich das Finale: Der Feind im Schatten ist weit mehr als nur der zehnte und letzte Fall um Kurt Wallander; es ist die Bilanz eines ganzen Lebens. Henning Mankell verknüpft einen hochpolitischen Spionagefall, dessen Wurzeln bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreichen, mit dem wohl privatesten und grausamsten Kampf, den Wallander jemals führen musste: dem Kampf gegen sein eigenes Vergessen.

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Blick auf Wallander von außen

Ich erinnere mich, dass ich damals fast ein wenig verstört in der Buchhandlung gestanden habe, blätternd in Vor dem Frost von Henning Mankell. Natürlich war ich längst von der Wallander-Reihe gepackt – und natürlich habe ich das Buch gekauft. Das ist inzwischen fast 25 Jahre her. Bei der Wiederlektüre zeigt sich nun: Es war eine gute Entscheidung. Mit Vor dem Frost wagt Mankell ein Experiment, das die Reihe für mich auf überraschende Weise abrundet.

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Wallander gegen die digitale Bedrohung

Wenn ich heute den Begriff „Brandmauer“ höre, denke ich meist an die Abgrenzung politischer Parteien zur furchterregenden AfD. An die aber will ich gar nicht denken, jedenfalls nicht in meinen Mußestunden. Ich flüchte mich lieber in die Literatur, die mir ohnehin besser gefällt als der politische Zirkus. Für mich ist Die Brandmauer in erster Linie der achte Roman der Reihe um Kurt Wallander. Nach über zwanzig Jahren lese ich die Romane von Henning Mankell gerade zum zweiten Mal – und bin schon wieder komplett geflasht. Die Brandmauer habe ich mir diesmal allerdings als Hörbuch gegönnt, wobei es hier zwei maßgebliche Fassungen gibt. Aber dazu später mehr.

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Ein echter Gradmesser

Ich habe Henning Mankells Die fünfte Frau auch deshalb so gerne gelesen, weil dieser Roman für mich ein echter Gradmesser ist. Beim Lesen merke ich schnell, ob ein Buch mich wirklich erreicht oder nicht. Ich glaube, genau das hat die Romane um den schwedischen Kommissar Kurt Wallander für mich von Anfang an so packend gemacht. Wallander ist in all seinen Schwächen nahbar, auch in seinen schmerzhaften Verlusten. Mankell schreibt so, dass dieser Mann fast zu einem Teil von dir selbst wird – weil du seinen Kosmos verstehst, seine mentalen Strategien nachvollziehen kannst und auch seine Fluchten begreifst. Weil er im besten Sinne anders ist; ein Mensch, dem man die große Oper, das heroische Ermittlertum, gar nicht zutraut.

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