Wieder eine schöne Literatur-Erfahrung: Mord im Herbst fühlte sich für mich bei der Wiederlektüre wie eine Reprise an – eine Rückkehr in die Welt Kurt Wallanders, obwohl ich mich von der Figur eigentlich längst verabschiedet hatte. Vielleicht hat mich die Erzählung von Henning Mankell auch deshalb so überzeugt, weil Wallander nach all den Romanen und Hörbüchern noch immer in meinem Kopf präsent war.
Ein letztes Wiedersehen weiterlesenSchlagwort: Schweden
Abschied vom liebsten Kommissar
Schließlich das Finale: Der Feind im Schatten ist weit mehr als nur der zehnte und letzte Fall um Kurt Wallander; es ist die Bilanz eines ganzen Lebens. Henning Mankell verknüpft einen hochpolitischen Spionagefall, dessen Wurzeln bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreichen, mit dem wohl privatesten und grausamsten Kampf, den Wallander jemals führen musste: dem Kampf gegen sein eigenes Vergessen.
Abschied vom liebsten Kommissar weiterlesenBlick auf Wallander von außen
Ich erinnere mich, dass ich damals fast ein wenig verstört in der Buchhandlung gestanden habe, blätternd in Vor dem Frost von Henning Mankell. Natürlich war ich längst von der Wallander-Reihe gepackt – und natürlich habe ich das Buch gekauft. Das ist inzwischen fast 25 Jahre her. Bei der Wiederlektüre zeigt sich nun: Es war eine gute Entscheidung. Mit Vor dem Frost wagt Mankell ein Experiment, das die Reihe für mich auf überraschende Weise abrundet.
Blick auf Wallander von außen weiterlesenEin echter Gradmesser
Ich habe Henning Mankells Die fünfte Frau auch deshalb so gerne gelesen, weil dieser Roman für mich ein echter Gradmesser ist. Beim Lesen merke ich schnell, ob ein Buch mich wirklich erreicht oder nicht. Ich glaube, genau das hat die Romane um den schwedischen Kommissar Kurt Wallander für mich von Anfang an so packend gemacht. Wallander ist in all seinen Schwächen nahbar, auch in seinen schmerzhaften Verlusten. Mankell schreibt so, dass dieser Mann fast zu einem Teil von dir selbst wird – weil du seinen Kosmos verstehst, seine mentalen Strategien nachvollziehen kannst und auch seine Fluchten begreifst. Weil er im besten Sinne anders ist; ein Mensch, dem man die große Oper, das heroische Ermittlertum, gar nicht zutraut.
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