Das Navi führt falsch

Satire darf nicht nur wehtun, sie muss es manchmal sogar. Zornfried von Jörg-Uwe Albig ist in der Tat schmerzhaft – und das auf die beste, weil entlarvendste Art. Wer der Ideologie der alten oder Neuen Rechten verfallen ist, wird diesen Roman wohl kaum freiwillig lesen (oder sich erfolgreich einreden: Das betrifft mich nicht). Für alle anderen ist das Buch ein aufschlussreicher, bitterböser Einblick in die neurechte Blase – und eine Warnung, die weit über die Medienwelt hinausreicht.

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Größe, Flucht und Schuld

Es kann gut sein, dass ich schon einmal über Herbert gelesen habe. Vielleicht 2008, in einem Spiegel-Artikel über eine „Harakiri-Expedition“ in die Antarktis. Ein Thema, das mich ohnehin interessiert – spätestens befeuert durch Christoph Ransmayrs Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Auch zu Herbert gibt es zahlreiche Artikel. Zu jenem Herbert also, der im wirklichen Leben Herbert Schröder-Stranz hieß und seit 1912 als verschollen gilt. Jetzt setzt ihm Bernhard Schlink eine Art literarisches Denkmal – im Roman Olga, der mir, ungekürzt und ausdrucksstark gelesen von Burkhart Klaußner, sehr gut gefallen hat.

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Frühstück im Grauen

Das Böse kommt nicht immer mit Stiefeln daher. Manchmal trägt es Einladungstitel wie: „Besprechung mit anschließendem Frühstück“. Was so beginnt, endet am 20. Januar 1942 in der Wannsee-Konferenz – und markiert den Moment, in dem ein Massenmord nicht mehr nur geschieht, sondern organisiert, abgestimmt, verwaltet wird. Der Historiker Peter Longerich beschreibt in Wannseekonferenz. Der Weg zur „Endlösung“ nicht nur die Hintergründe dieses Treffens, sondern legt eine beklemmende Erkenntnis frei: Die Sprache der Täter klingt harmlos – und genau darin liegt ihre Funktion.

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