Oh Gott, Agatha

„Ich habe Journalisten nie gemocht, ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.“
Agatha Christie (1890–1976)

Hartes Urteil, Agatha. Und denkbar schlechte Voraussetzungen für eine gute Beziehung. Dumm nur: Ich mag deine Bücher. Sehr sogar. Und noch dümmer: Ich bin selbst einer von denen. Seit über 30 Jahren im Geschäft. Einer aus der Meute, die du so zuverlässig ins Jenseits befördert hast – und ich mache das bis heute gern.

Darum geht es hier auch: um das Reporter-Sein. Um Geschichten, die entstehen, während man unterwegs ist. Um Artikel, Ideen und Bilder, die nicht in der Schublade verschwinden.

Aber nur Journalismus wäre mir zu wenig. Es gibt auch Literatur. Und ziemlich viele Fotos. Und dann ist da noch die Musik. Gitarre, Stimme, der Versuch, aus ein paar Akkorden mehr zu machen als Lärm. Wer weiß – vielleicht hättest du daran sogar Gefallen gefunden.

Wollte ich nur mal so einwerfen.

In der neurechten Blase

Satire darf nicht nur wehtun, sie muss es manchmal sogar. Zornfried von Jörg-Uwe Albig ist in der Tat schmerzhaft – und das auf die beste, weil entlarvendste Art. Wer der Ideologie der alten oder Neuen Rechten verfallen ist, wird diesen Roman wohl kaum freiwillig lesen (oder sich erfolgreich einreden: Das betrifft mich nicht). Für alle anderen ist das Buch ein aufschlussreicher, bitterböser Einblick in die neurechte Blase – und eine Warnung, die weit über die Medienwelt hinausreicht.

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