Größe, Flucht und Schuld

Es kann gut sein, dass ich schon einmal über Herbert gelesen habe. Vielleicht 2008, in einem Spiegel-Artikel über eine „Harakiri-Expedition“ in die Antarktis. Ein Thema, das mich ohnehin interessiert – spätestens befeuert durch Christoph Ransmayrs Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Auch zu Herbert gibt es zahlreiche Artikel. Zu jenem Herbert also, der im wirklichen Leben Herbert Schröder-Stranz hieß und seit 1912 als verschollen gilt. Jetzt setzt ihm Bernhard Schlink eine Art literarisches Denkmal – im Roman Olga, der mir, ungekürzt und ausdrucksstark gelesen von Burkhart Klaußner, sehr gut gefallen hat.

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Nähe, Schmerz und Papier

Manche Bücher sind Lebensbücher: immer wieder hervorgeholt, immer wieder gelesen. Für mich gehört Goethes Die Leiden des jungen Werther unbedingt dazu. Vielleicht ist es die Form des Briefromans, die den Lesenden eine beinahe beängstigende Nähe zur unglücklichen Hauptfigur aufzwingt. Diese Nähe funktioniert damals wie heute – auch wenn der literarische Brief im Erscheinungsjahr 1774 bereits ein etabliertes Mittel war.

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