Eigentlich wollte ich dem Hype folgen und mir ein Gravelbike zulegen. Der Gedanke gefiel mir: Rennrad trifft Mountainbike. Hoffentlich – so dachte ich – spielt das nahende Alter bei der Kaufentscheidung keine Rolle. Denn die Wahrheit ist: Beides wollte ich schon immer ausprobieren. Schnelle Trails. Schneller, flacher Asphalt. Vor zwei Jahren stand ich schon einmal vor einem Mountainbike – und habe dann gekniffen.
Vom Hype zum Bauchgeühl weiterlesenWeblog
Immer nur für 50 Euro
Als junger Mensch habe ich mich oft gewundert, warum ältere Menschen ihre Geschichten so gern wiederholen. Heute nicke ich manchmal freundlich mit dem Kopf – wohl wissend, dass auch diese Geschichte beim nächsten Treffen noch einmal erzählt wird.
Neulich, während der Arbeit am Mindener Tageblatt, fiel mir ein passendes Beispiel wieder ein. Ich erklärte kurzerhand, dass ich bei Benzinpreiserhöhungen gar nicht mitmache, weil ich ohnehin immer nur für 50 Euro tanke. Meine deutlich jüngeren Kollegen schenkten mir ein gnädiges Lächeln – offenbar hatten sie die Geschichte schon einmal gehört.
Dabei sehe ich mich noch genau an der Tanke in Hollwiesen: 1983, Mofa, fünf Mark für Gemisch – 1:50 ging, 1:25 auch, die Zündapp lief immer. Direkt neben mir steht heute eine alte Zapfsäule mit der Null-Anzeige, wie ein stiller Zeuge vergangener Zeiten. Ein kleines Detail, das die Geschichte fast greifbar macht.
Heute weiß ich: Die Geschichte ist nicht wirklich lustig. Aber wahrscheinlich werde ich sie irgendwann wieder erzählen – schließlich ärgern wir uns alle noch länger über Spritpreise. Und ich kenne nur wenige Argumente, die irgendwann mal für die Richtung nach oben sprechen: die Anschaffung eines E-Autos.
Außerdem bleibt die Erkenntnis, ich werde auch nicht jünger.
Erich Kästner und der Lügenbaron
Nach einem Besuch in Bodenwerder war klar: Ich muss mich noch einmal um den Lügenbaron kümmern. Im örtlichen Münchhausen-Museum erwarb ich eine wunderbare Ausgabe von Erich Kästner (1899–1974), der Münchhausen für kleine und große Leute neu erzählt hat. Die Geschichten wirken noch immer frisch und witzig – ich habe sie an einem Abend gelesen.
Erich Kästner und der Lügenbaron weiterlesenRosa, Karl und die verlorene Schlacht
Von Leseprojekten spreche ich meist im Zusammenhang mit einem einzigen Buch. Thomas Manns Zauberberg war für mich so eines: Ich habe ein paar Kapitel gelesen, das Buch beiseitegelegt, mich anderen Texten gewidmet – nicht, weil mich Hans Castorps Geschichte langweilte, sondern weil ich manchmal Abstand brauchte. Ähnlich ging es mir mit Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin, das mich über Jahre beschäftigte. Ich war fest davon überzeugt, dass auch November 1918 ein solches Kaliber sein würde. Doch ich habe mich getäuscht.
Rosa, Karl und die verlorene Schlacht weiterlesenDie Wahrheit einer Lügnerin
Zweifelsohne ein gutes, ein sehr gutes Buch. Paulo Coelhos Beschreibung des Lebens der Mata Hari in Die Spionin zerstört den Mythos hundert Jahre später nicht – sie erhellt vielmehr die mögliche Innenwelt dieser beeindruckenden Persönlichkeit.
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