Alex Capus und die absurden Machtspiele in Deutsch-Ostafrika

Bücher zur Kolonialgeschichte faszinieren mich, da dieses Kapitel unserer Vergangenheit noch längst nicht ausreichend aufgearbeitet ist. Ein wunderbar kurzweiliger und historisch fundierter Zugang ist der Roman Eine Frage der Zeit von Alex Capus, der die kolonialen Machtspiele in Deutsch-Ostafrika beleuchtet. Besonders die teils überzeichneten Charaktere spiegeln die historische Absurdität des Geschehens perfekt wider.

Im Jahr 1913 reisen die Papenburger Werftarbeiter Anton Rüter, Hermann Wendt und Rudolf Tellermann im Auftrag der Kolonialverwaltung nach Ostafrika. Ihr Ziel: das zuvor in Deutschland probeweise montierte, dann für den Transport zerlegte Dampfschiff Goetzen am Tanganjikasee endgültig zusammenzusetzen. Das imposante Schiff soll vor allem die belgischen Nachbarn im Kongo beeindrucken. Schon der Transport – verpackt in rund 5.000 Kisten, verschifft auf drei Dampfern und per Bahn nach Kigoma transportiert – gerät zum logistischen Abenteuer.

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Warum es schade ist, Goethe nicht zu lesen

Keine Schande sei es, Goethe nicht zu lesen – so stellt Gustav Seibt gleich zu Beginn seines neuen Buches Ein Sommer mit Goethe beruhigend klar. Aber, und da pflichte ich ihm aus vollem Herzen bei: Es ist schlicht schade.

Diesen „Sommerkurs“ – Seibts Klappentext spricht treffend von einer Einführung in den Goetheschen Kosmos – habe ich tatsächlich mitten im Sommer absolviert. Nach akademischem Pflichtprogramm fühlte sich die Lektüre allerdings zu keiner Zeit an. Nach fast 40 Jahren Auseinandersetzung mit dem alten Geheimrat – mal intensiver, mal aus der Distanz – darf ich mich durchaus zu jenen zählen, die sein Werk gut kennen. Die Leiden des jungen Werther gehören seit Langem zu meinen Lebensbüchern. Auch durch zahlreiche Biografien habe ich mich gearbeitet – von Heinrich Dörings früher Darstellung aus dem Jahr 1853 bis zu Rüdiger Safranskis Goethe. Kunstwerk des Lebens.

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Wenn gute Gitarren plötzlich günstiger werden

Ich bin kein Musik-Influencer, kein Endorser und ganz bestimmt kein Marketing-Experte. Aber es gibt Instrumente, die mich über viele Jahre begleiten – und die Gitarren von Walden gehören eindeutig dazu. Seit knapp 15 Jahren verfolge ich die Entwicklung der Marke und finde spannend, was aktuell auf dem Markt passiert: Viele Walden-Modelle gibt es gerade zu ungewöhnlich niedrigen Preisen. Da lohnt es sich durchaus, mal etwas tiefer ins Thema einzusteigen.

Wer sich mit Walden beschäftigt, stößt schnell auf Jonathan Lee. In Social Media ist der Walden-Gründer gerade sehr präsent – sympathisch, unaufgeregt und mit ehrlicher Leidenschaft für Instrumente. Lee ist gelernter Geigenbauer und selbst ein hervorragender Gitarrist. Gemeinsam mit dem Gitarrenbauer Charles Fox (CFox Guitars, San Francisco) und dem taiwanischen Hersteller KHS Musical Instruments gründete er Walden 1996.

Der Name ist kein Zufall: „Walden“ verweist auf das berühmte Buch des Philosophen Henry David Thoreau – eine Anspielung auf Natürlichkeit, Entschleunigung und den Gedanken, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Für Lee offenbar Eigenschaften, die auch zur Philosophie der Instrumente passen.

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Die Odyssee ist fürs Kino gemacht

Mehr Wucht geht nicht! Ich war völlig geflasht: The Odyssey von Christopher Nolan stand auf dem Plan – erlebt allumfassend in „iSense“, im Sound, der wohl nur vor der großen Leinwand möglich ist und sich (das ist der erste Grund) deutlich vom üblichen TV-Erlebnis auf dem Sofa zu Hause abhebt. Das „Sofa“ im UCI-Kino in Bad Oeynhausen schien direkt mit dem Soundsystem verbunden zu sein; der Zyklop könnte genauso gut direkt hinter einem stehen. Überhaupt donnert der Götterhall. Alles sehr laut – wie meine Frau meinte, die sich zeitweise Taschentücher in die Ohren stopfte.

Ich habe dann beim Film vermutet, dass dieses physisch nahezu greifbare Erleben durchaus mit Fritz Langs Nibelungen vergleichbar ist – gemessen an den (noch fehlenden) Sehgewohnheiten, die das gemeine Kinopublikum anno 1924 hatte. Schon damals wurden viele Sinne angesprochen, auch wenn vielleicht nur Klaviermusik oder ein Kinoorchester hörbar waren.

Wie die Nibelungen gehört natürlich auch Homers Epos rund um die zehnjährige Irrfahrt des Odysseus zum literarischen Weltkanon. Und die neue Verfilmung ist wirklich gelungen – nicht zuletzt wegen der Inszenierung selbst, der technischen Umsetzung mit 70mm-IMAX-Filmkameras und dem extrem starken Cast. Ich vermute mal, dass der Film auch Jahre später noch als Meilenstein bewertet wird.

Also: Unbedingt ins Kino gehen und nicht auf DVD, Blu-ray oder Streaming warten. Denn – wie sagte mein alter Kumpel schon nach Der Herr der Ringe: „Solche Filme sind fürs Kino gemacht.“ Recht hat er.