Noch im Umbau, aber schon erahnbar: Das Theater im Glacis.
Die Zeit hatte das kleine Amphitheater zugeschüttet. Erst Luftaufnahmen legten nahe, dass es im Mindener Königsglacis einst Kulturveranstaltungen gegeben hat. Auch ein Gemälde von Hans Korth aus der Zeit um 1946 deutet darauf hin.
Nun will die Stadt diese ehemalige Spielstätte wiederbeleben – was ich grandios finde. Noch ist während der Sanierungsarbeiten wenig zu sehen. Und doch: Mit ein bisschen Fantasie ist das Theater zwischen gefallenen Baumriesen bereits wieder erkennbar. Ein Ort, der sich langsam wieder erinnert.
Zum Glück hatte ich beim Spaziergang die Kamera dabei.
Die Zeit hatte Spuren hinterlassen – aus der Luft wird das Amphitheater sichtbar.Vor über 70 Jahren hat Hans Korth das Amphitheater gemalt.Künftig wieder ein Ort für Kultur? Find ich gut.
Auf dem Weg zum Lost Place. Drei Bäume haben sich vor den Eingang des ehemaligen Schulhauses in Wietersheim gestellt.
Ich mag dieses Bild. Drei Bäume sind dicht beieinander in die Höhe gewachsen und versperren den Eingang eines alten Schulhauses.
Es gab Zeiten, da liefen hier morgens Kinder in Scharen in das Gebäude. Irgendwann wurde die Dorfschule nicht mehr gebraucht und durch einen Neubau ein paar hundert Meter weiter ersetzt.
Die alte Schule blieb. Sie war Kaufmannsladen, Bäckerei, zuletzt Wohnhaus. Ein alter Mann lebte hier – allein, krank. Er ist in diesem Haus gestorben.
Ich finde: Was vom Haus noch zu sehen ist, zeigt sich der Kamera besonders deutlich im Herbst.
Dieses Bild des Historikers Karl Großmann ist aus einer nicht druckbaren und stark verpixelten Vorlage generiert worden. Ich habe es im Printbeitrag entsprechend als KI-bearbeitet benannt.
Für diesen Blog-Beitrag habe ich das Bild noch einmal von ChatGPT bearbeiten lassen — mit dem Hinweis, der Kopf möge in die Kamera blicken. Das ist das Ergebnis. Sicher noch nicht perfekt, aber ein Hingucker.
Es gibt Fotos, die wirken wie stille Botschaften aus einer anderen Zeit. Alte Porträts tragen eine eigene Spannung in sich: Sie halten Menschen fest, die längst gegangen sind – und trotzdem schauen sie uns an, als hätten sie noch etwas zu erzählen. Ein unscharfer Hintergrund, ein freundlicher Ausdruck, ein zufälliger Lichteinfall: Oft reicht genau das, um einen Menschen wieder spürbar zu machen. Ich wollte wissen, ob ChatGPT helfen kann, das Bilderlebnis zu steigern — oder überhaupt erst möglich zu machen.
Die Einzige, die heute wirklich weiß, wie man den Wind nutzt.
Die Möwe würde lachen. Vielleicht. Oder sie würde einfach weitermachen, stehend fliegen, als sei die Schwerelosigkeit ein alter Freund.
Und während sie so dahingleitet, wundert sie sich womöglich über die verzweifelten Väter am Strand, die ihren Kindern zeigen wollen, wie das mit dem Drachen eigentlich funktioniert.
Aber es funktioniert nicht. Nicht heute. Nicht hier. Der Wind an der Ostsee lässt sich nicht zähmen. Er nimmt den Drachen, dreht ihn, schüttelt ihn und wirft ihn achtlos zurück in den Sand.
Was habe ich falsch gemacht?
Und ein paar Meter weiter findet ein Junge den Dreh – spielerisch, fast beiläufig. Der Vater würde den Seitenblick am liebsten verbieten.
Weitermachen. Und noch ein Versuch. Und noch einer.
Der Möwe ist das egal. Der Wind ist ihr Element. Sie muss nicht kämpfen. Sie lässt sich tragen, scheinbar schwerelos, als sei sie selbst ein Stück des Himmels. Und wenn sie lachen würde – dann vielleicht über uns.
Nicht böse. Eher freundlich. Ein wissendes Lachen derer, die längst begriffen haben, dass man manchen Dingen besser folgt, statt sie zu bezwingen.
Für mich war es eine kleine Überraschung zu entdecken, dass diese Mauern nicht nur von Stein, sondern auch von Sprache geprägt sind. Und von Blumen.
Eigentlich habe ich seit Jahren die Angewohnheit, bei von mir besuchten Orten nach literarischen Bezügen Ausschau zu halten. Haben dichtende Menschen hier ihre Spuren hinterlassen? Beim Kloster Möllenbeck in Rinteln, das ich schon seit frühen Schulzeiten wegen des dortigen Jugendgästehauses kenne, bin ich allerdings erst jetzt darauf gekommen. Dass es hier einen Subprior namens Konrad Hojer gab, der sich anno 1611 (so lange ist das her!) sogar mit einer Dichterkrone schmücken durfte, ist vollends an mir vorbeigegangen. Na ja – und bei der eigenen Hochzeit, die ich vor jetzt neun Jahren in der angrenzenden Kloster-Gastronomie gefeiert habe, hatte ich noch anderes im Sinn.
Das Schwedenkreuz – stiller Zeuge vergangener Zeiten auf der Blumeninsel Mainau.
Zuerst kommt das Schwedenkreuz in den Blick. Es erinnert an unruhige Zeiten, an Tod und Krieg. Solche Zeiten hat es später auch noch gegeben, doch die Leichen hat man weggebracht.
Heute ist alles überwachsen, schön und duftend, auch die Erinnerung. Und es ist ein Paradies entstanden. Irgendwie. Eine Blumeninsel.
Unbedarft durchstreifen wir das Land im Kleinen, genießen die Farben, die Schönheit. Wir gehen unter Bäumen, die längst mehr gesehen haben als wir. Palmen, Rosen, Dahlien – ein Fest, das nicht enden will. Das nicht enden soll.
Und doch ist der Tag irgendwann vorüber. Wir verlassen die Insel. Und da ist es wieder: das Schwedenkreuz. Das Wasser ist unruhiger geworden. Der Schwan ist nicht mehr da.
Mir ist aufgefallen, dass ich kaum verwelkte Blumen gesehen habe.
Wir tauchen ein in das alte Leben am Wasser. Das Tor öffnet sich – und da sind sie: die Pfahlhäuser. Ein schwebendes Dorf.
So ähnlich könnte es gewesen sein: weniger touristisch, weniger aufgehübscht, unperfekter – und mit dem Wissen, das sich gerade schafft.
Einer ritzt ein Bild in die Wand. Er erzählt von sich. Ein früher Literat?
Sechstausend Jahre später gehe ich hinaus. Blicke auf die Schatten. Sie sprechen mit mir. Wortlos.
Die Pfahlhäuser in Unteruhldingen am Bodensee haben mich im Sommer 2025 echt beeindruckt. Zwischen Wasser, alten Pfählen und liebevoll gestalteten Gebäuden taucht man in die Geschichte der Region ein. Gleichzeitig zeigt sich die besondere Atmosphäre des Bodensees, wo Natur, Handwerk und Geschichte auf faszinierende Weise zusammentreffen. Hier gibt es eine Bildergalerie.
Zwischen Mauern und Erinnerung: die Burg Hohenfels, Schauplatz der Sage vom Burgfräulein.
Wer die Ruine Hohenfels über Sipplingen besucht, begegnet nicht nur Mauern und Ausblicken, sondern auch Geschichten. Neben dem Minnesänger Burkart, der hier im 13. Jahrhundert gelebt haben, hat sich eine Sage erhalten, die von einem wohltätigen Burgfräulein erzählt. Karl Lachmann, einer der Begründer der deutschen Philologie, hat sie im 19. Jahrhundert aufgezeichnet. Sie klingt bis heute nach – dunkel, tragisch und geheimnisvoll.
Viel ist von der Burg oberhalb des Örtchens Sipplingen am Bodensee nicht zu sehen. Es reicht aber, sich die Geschichten vorzustellen, die hier passiert sein könnten.
Es geht bergauf. Weiter und weiter. Ich bin allein.
Der kühlende See liegt im Hintergrund, der Wald wird dichter. Ich sehe das Wasser nur, wenn ich mich wirklich anstrenge. Und überhaupt: ich strenge mich an. So steil ist der schmale Weg.
Es ist heiß heute.
Und dann – zwischen Wald und Felsen – die Reste der Burg. Ein schmaler Pfad führt mich hin. Nur noch ein paar Meter.
Hinter der letzten Wende steht links eine rote Bank. Ich habe jetzt keine Zeit; ich will sehen, was von der Geschichte geblieben ist.
Oder von den Geschichten.
Ich berühre die Mauer und schließe die Augen. Ich will mir Zeit lassen.
Hölderlin-Denkmal im Kurpark Bad Homburg vor der Höhe.
Hölderlins Ruheort war kein Friedhof. Hölderlins Ruheort war ein Park. Geholfen hat es ihm nicht.
Aber immerhin hatte er das Rauschen gehört. Hier in Bad Homburg vor der Höhe.
Wir hören es auch.
Und wir hören einen alten Mann, der Gitarre spielt. Flamenco. Gar nicht so schlecht. Wir wechseln Blicke. Weiß er, dass auch ich musiziere?
Dann hören wir eine Nilgans. Dann noch eine. Und noch eine. Vielleicht Hunderte. Dann bricht das alles wieder ab.
Hier treffen wir uns, auf dem Weg ins Wiesthal.
Jetzt gibt es dieses Denkmal, das Hölderlin nicht ahnen konnte und das wohl fern seiner Vorstellung war.
Hölderlin beschloss zu dichten. Und Susette war weit.
Es gelang den beiden nicht, das schier unmenschliche Format, das sie sich mit ihrer gewaltsamen Größe gesetzt hatten, durchzuhalten….
Ulrich Häussermann, 1961
Der Kurpark in Bad Homburg hat mich überrrascht. Ohnehin hat die Stadt seit Jahrhunderten Anziehungskraft für Künstler. Gut, dass ich die Kamera dabei hatte – hier die Bildergalerie.