Pentax ME Super – klein, elegant und bis heute eine große Kamera

Dass die Kamera aus den Achtzigerjahren stammt, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Sie ist ausgesprochen handlich, fast klein im Gegensatz etwa zu den wuchtigen Praktica-Modellen dieser Epoche. Wo andere Kameras der damaligen Zeit schwer in der Hand liegen und fast schon mechanische Kompromisslosigkeit ausstrahlen, wirkt die Pentax ME Super wie ein leises Versprechen: Fotografie ohne Ballast, reduziert auf das Wesentliche, verpackt in zeitlose Eleganz.

Um zu verstehen, warum die ME Super so kompakt gebaut ist, muss man einen Blick auf die späten 1970er-Jahre werfen. Bis dahin waren Spiegelreflexkameras (SLRs) oft klobige, schwere Arbeitsgeräte – man denke nur an die legendäre, aber massive Pentax K1000. Doch der Markt verlangte nach Leichtigkeit.

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110 Millimeter Kindheit: Die kleine Kamera mit meinem Namen

Beim Durchblättern alter Fotoalben der Familie fiel es auf: Der kleine Oliver hatte auf fast jedem Bild eine Kamera dabei. Lässig in der Hand, sicher in einer kleinen Fototasche verstaut – samt Namenszug, man wollte das gute Stück ja nicht verlieren. Die Bilder, die ich damals mit der Porst Pocketpak EB geknipst habe, existieren auch ein halbes Jahrhundert später noch. Leicht verfärbt vom Zahn der Zeit, sicher keine Kunstwerke – aber Erinnerungen, die geblieben sind.

Und jetzt das Beste: Die Kamera habe ich noch.

Wer dieses Glück nicht hat, heute aber mit der Pocketpak fotografieren möchte, findet sie für wenig Geld auf den einschlägigen Gebraucht-Portalen. Die kleinen Kameras von Porst sind eine günstige Einstiegsdroge in die 110er-Fotografie. Während Kameras wie die Pentax Auto 110 oder die Rollei A110 teuer gehandelt werden, bekommt man die Porst-Modelle oft für ein paar Euro – übrigens auch auf Flohmärkten. Und Filme sind auch wieder zu haben: Der Dank an die Firma Lomography geht raus. Vielleicht schlummert auf irgendwelchen Dachböden oder in Kellern noch die eine oder andere Pocketpak-Kamera. Schaut mal nach!

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Alte Kameras und der unfassbare Wert des Wartens

Smartphone in Position gebracht, fotografiert, kurz kontrolliert – und vergessen. Dauerhaft bleibt da oft nichts. Tiefe auch nicht. Natürlich könnte ich genauso fotografieren wie alle anderen. Kontrolliert ja keiner. Und trotzdem zieht es mich immer wieder zurück zu meiner alten Kamera und zum Film.

Die Antwort darauf habe ich irgendwann beim Modellbau gefunden. Wer schon einmal ein Miniaturflugzeug gebaut hat, weiß: Man bastelt nicht nur für das fertige Modell im Regal. Der eigentliche Wert liegt im Weg dorthin. Jedes winzige Bauteil, das entgratet, geklebt und lackiert wird, verändert den Blick auf das fertige Werk. Es entsteht eine Beziehung zu dem, was man am Ende in den Händen hält. Genauso empfinde ich inzwischen wieder das Fotografieren auf Film.

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Die Odyssee ist fürs Kino gemacht

Mehr Wucht geht nicht! Ich war völlig geflasht: The Odyssey von Christopher Nolan stand auf dem Plan – erlebt allumfassend in „iSense“, im Sound, der wohl nur vor der großen Leinwand möglich ist und sich (das ist der erste Grund) deutlich vom üblichen TV-Erlebnis auf dem Sofa zu Hause abhebt. Das „Sofa“ im UCI-Kino in Bad Oeynhausen schien direkt mit dem Soundsystem verbunden zu sein; der Zyklop könnte genauso gut direkt hinter einem stehen. Überhaupt donnert der Götterhall. Alles sehr laut – wie meine Frau meinte, die sich zeitweise Taschentücher in die Ohren stopfte.

Ich habe dann beim Film vermutet, dass dieses physisch nahezu greifbare Erleben durchaus mit Fritz Langs Nibelungen vergleichbar ist – gemessen an den (noch fehlenden) Sehgewohnheiten, die das gemeine Kinopublikum anno 1924 hatte. Schon damals wurden viele Sinne angesprochen, auch wenn vielleicht nur Klaviermusik oder ein Kinoorchester hörbar waren.

Wie die Nibelungen gehört natürlich auch Homers Epos rund um die zehnjährige Irrfahrt des Odysseus zum literarischen Weltkanon. Und die neue Verfilmung ist wirklich gelungen – nicht zuletzt wegen der Inszenierung selbst, der technischen Umsetzung mit 70mm-IMAX-Filmkameras und dem extrem starken Cast. Ich vermute mal, dass der Film auch Jahre später noch als Meilenstein bewertet wird.

Also: Unbedingt ins Kino gehen und nicht auf DVD, Blu-ray oder Streaming warten. Denn – wie sagte mein alter Kumpel schon nach Der Herr der Ringe: „Solche Filme sind fürs Kino gemacht.“ Recht hat er.