Mehr Wucht geht nicht! Ich war völlig geflasht: The Odyssey von Christopher Nolan stand auf dem Plan – erlebt allumfassend in „iSense“, im Sound, der wohl nur vor der großen Leinwand möglich ist und sich (das ist der erste Grund) deutlich vom üblichen TV-Erlebnis auf dem Sofa zu Hause abhebt. Das „Sofa“ im UCI-Kino in Bad Oeynhausen schien direkt mit dem Soundsystem verbunden zu sein; der Zyklop könnte genauso gut direkt hinter einem stehen. Überhaupt donnert der Götterhall. Alles sehr laut – wie meine Frau meinte, die sich zeitweise Taschentücher in die Ohren stopfte.

Ich habe dann beim Film vermutet, dass dieses physisch nahezu greifbare Erleben durchaus mit Fritz Langs Nibelungen vergleichbar ist – gemessen an den (noch fehlenden) Sehgewohnheiten, die das gemeine Kinopublikum anno 1924 hatte. Schon damals wurden viele Sinne angesprochen, auch wenn vielleicht nur Klaviermusik oder ein Kinoorchester hörbar waren.

Wie die Nibelungen gehört natürlich auch Homers Epos rund um die zehnjährige Irrfahrt des Odysseus zum literarischen Weltkanon. Und die neue Verfilmung ist wirklich gelungen – nicht zuletzt wegen der Inszenierung selbst, der technischen Umsetzung mit 70mm-IMAX-Filmkameras und dem extrem starken Cast. Ich vermute mal, dass der Film auch Jahre später noch als Meilenstein bewertet wird.

Also: Unbedingt ins Kino gehen und nicht auf DVD, Blu-ray oder Streaming warten. Denn – wie sagte mein alter Kumpel schon nach Der Herr der Ringe: „Solche Filme sind fürs Kino gemacht.“ Recht hat er.