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Der Mann, der die Zauberwelt entzauberte

Dass er ein Österreicher ist, hatte mein liebster Germanistikprofessor plakativ auf seiner Sprechzimmertür dokumentiert. Durch ihn wurde ich – vermutlich schon im ersten Semester – auf Johann Nepomuk Nestroy aufmerksam, den „wienerischen Shakespeare“. Dass ich mein Studium Jahre später mit Nestroy abschließen sollte, ahnte ich damals noch nicht. Das Wiener Vorstadttheater, dessen prägende Gestalten neben Nestroy Ferdinand Raimund und der Theaterdirektor Carl Carl waren, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Wer war dieser Mann, den der Wiener Kritiker Karl Kraus später als den größten deutschen Satiriker würdigen sollte?

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Warum Der Name der Rose mein Lieblingsbuch ist

Ich sehe mich im Sommer auf einer Liege im Garten. In den Händen halte ich ein Buch – für mich das Buch, wie sich bald herausstellen sollte: Der Name der Rose von Umberto Eco. Es muss irgendwann um 1990 gewesen sein, in den Monaten zwischen Bundeswehr und Studium. Das Leben insgesamt war erstaunlich schön, aber doch ziemlich kompliziert, was in dieser Phase wohl völlig normal ist.

Ausflüge – ich sage bewusst nicht Fluchten – in die Literatur gehörten damals längst zu meinem Alltag. Während viele meiner Altersgenossen ihre Freizeit vor allem mit Filmen verbrachten, zog es mich immer wieder in Bücherwelten.

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Alex Capus und die absurden Machtspiele in Deutsch-Ostafrika

Bücher zur Kolonialgeschichte faszinieren mich, da dieses Kapitel unserer Vergangenheit noch längst nicht ausreichend aufgearbeitet ist. Ein wunderbar kurzweiliger und historisch fundierter Zugang ist der Roman Eine Frage der Zeit von Alex Capus, der die kolonialen Machtspiele in Deutsch-Ostafrika beleuchtet. Besonders die teils überzeichneten Charaktere spiegeln die historische Absurdität des Geschehens perfekt wider.

Im Jahr 1913 reisen die Papenburger Werftarbeiter Anton Rüter, Hermann Wendt und Rudolf Tellermann im Auftrag der Kolonialverwaltung nach Ostafrika. Ihr Ziel: das zuvor in Deutschland probeweise montierte, dann für den Transport zerlegte Dampfschiff Goetzen am Tanganjikasee endgültig zusammenzusetzen. Das imposante Schiff soll vor allem die belgischen Nachbarn im Kongo beeindrucken. Schon der Transport – verpackt in rund 5.000 Kisten, verschifft auf drei Dampfern und per Bahn nach Kigoma transportiert – gerät zum logistischen Abenteuer.

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Pentax ME Super – klein, elegant und bis heute eine große Kamera

Dass die Kamera aus den Achtzigerjahren stammt, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Sie ist ausgesprochen handlich, fast klein im Gegensatz etwa zu den wuchtigen Praktica-Modellen dieser Epoche. Wo andere Kameras der damaligen Zeit schwer in der Hand liegen und fast schon mechanische Kompromisslosigkeit ausstrahlen, wirkt die Pentax ME Super wie ein leises Versprechen: Fotografie ohne Ballast, reduziert auf das Wesentliche, verpackt in zeitlose Eleganz.

Um zu verstehen, warum die ME Super so kompakt gebaut ist, muss man einen Blick auf die späten 1970er-Jahre werfen. Bis dahin waren Spiegelreflexkameras (SLRs) oft klobige, schwere Arbeitsgeräte – man denke nur an die legendäre, aber massive Pentax K1000. Doch der Markt verlangte nach Leichtigkeit.

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Warum es schade ist, Goethe nicht zu lesen

Keine Schande sei es, Goethe nicht zu lesen – so stellt Gustav Seibt gleich zu Beginn seines neuen Buches Ein Sommer mit Goethe beruhigend klar. Aber, und da pflichte ich ihm aus vollem Herzen bei: Es ist schlicht schade.

Diesen „Sommerkurs“ – Seibts Klappentext spricht treffend von einer Einführung in den Goetheschen Kosmos – habe ich tatsächlich mitten im Sommer absolviert. Nach akademischem Pflichtprogramm fühlte sich die Lektüre allerdings zu keiner Zeit an. Nach fast 40 Jahren Auseinandersetzung mit dem alten Geheimrat – mal intensiver, mal aus der Distanz – darf ich mich durchaus zu jenen zählen, die sein Werk gut kennen. Die Leiden des jungen Werther gehören seit Langem zu meinen Lebensbüchern. Auch durch zahlreiche Biografien habe ich mich gearbeitet – von Heinrich Dörings früher Darstellung aus dem Jahr 1853 bis zu Rüdiger Safranskis Goethe. Kunstwerk des Lebens.

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