Im Regen

Spiegelblicke

Spiegelblicke, nur ganz kurz,
dann noch einmal – verharrend.
Und die Frage:
Was habt ihr bloß gemacht?

Spiegelblicke, nur ganz kurz,
dann noch einmal – verharrend.
Wo liegt Schuld,
wer hat da nur gelacht?

Spiegelblicke, nur ganz kurz,
dann noch einmal – verharrend.
Wenn Sinn im Dunkel schweigt,
wo ist denn bloß die Nacht?

Und ich starre durch mich durch.
Sag mir: Wer hat jetzt die Macht?


Gedankenlos

Die Zeit schilt mich gedankenlos
Dabei bin ich nur Gedanken los
Und hoffe auf ein wenig Ruhe
Vielleicht auf Muße, vielleicht auf Raum

Auf Freiheit auch, nicht nur für mich
Auf Freiheit für den losen Gedanken
den flüchtigen Gesellen aus meinem Kopf
den Sinnstifter, dem ich Unsinn gönne.

Das Ich ist dann weg
Und wandelt auf freien Pfaden
auf Pfaden, auf denen sich
ein neuer Gedanke niedersetzt.

Oder ist’s der alte,
eingeschlichen, eingezogen, eingeräumt,
eingerichtet, eingezäunt, eingewöhnt?

Ganz ruhig, lieber Gedanke, ganz ruhig.
Ich erkenne dich.
Du bist mein Freund.

Jetzt.


Im Regen

Im Regen sehe ich manchmal
Farben, manchmal sehe ich dich.
Im Regen sehe ich manchmal
Leben, manchmal sehe ich dich.
Im Regen sehe ich manchmal Klarheit,
und danach seh ich noch mehr.
Im Regen blitzt mein Leben auf.

Und ich gehe am Unterstand vorbei.


Dinge machen

Dinge machen,
auch wenn du sie der Vergänglichkeit schenkst,
auch wenn sie darauf zeigen,
auch wenn sie wissend lachen.

Dinge machen,
weil es gut für dich ist,
weil es im Augenblick gut ist.
Und noch Stunden danach.

Dinge machen,
und im Kopf behalten,
vielleicht auch verlieren –
und dich freuen.

Morgen ist ein neuer Tag.
Und das Gestern bleibt bei dir,
auch wenn sie noch immer lachen.
Es war gut.


Die sagen

Die sagen, dass früher alles besser war,
waren die Aufseher.
Die sagen, dass früher alles besser war,
haben das rettende Serum geschluckt.
Die sagen, dass früher alles besser war,
leben die Gnade des Vergessens.

Ich sage nicht, dass früher alles besser war –
nur dass sie schönere Häuser gebaut haben.