Goethe, Schall, Rauch

Dass Namen gern in Schall und Rauch aufgehen, ist hinlänglich bekannt. Der Name Goethe ist allerdings von ganz anderer Qualität. Sein Name steht felsenfest in der Erinnerungskultur, wie auch immer diese Kultur aussehen mag. Charles Lewinsky nennt seinen Roman Rauch und Schall und beschreibt Goethe höchst menschlich, wobei bereits der erste Satz den Ton setzt: Goethe hatte Hämorrhoiden.

Mit dieser profanen, schmerzhaften Realität holt Lewinsky den olympischen Dichterfürsten im Spätherbst 1814 vom Sockel. Wir begegnen einem 65-jährigen Geheimrat, der auf dem Höhepunkt seines Ruhms steht, sich zur Kur im thüringischen Bad Tennstedt befindet, aber unter einer hartnäckigen literarischen Blockade und körperlichen Leiden leidet. Das monumentale Ego ist blockiert – bis ein junger, mittelloser Regionalschriftsteller die Bühne betritt: Christian August Vulpius.

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