Alles hat einen Anfang. Mein Spiel auf der Gitarre begann in den Siebzigerjahren im Jugendzentrum Vlotho. Sozialarbeiter Wolfgang Kuhlmann, den ich bis dahin als Gitarristen der ziemlich coolen Krautrock-Band Hammerfest kannte, brachte Nachwuchsmusikern das Spiel auf den sechs Saiten bei. Immer mittwochs.
Ob ich da nicht hinwolle, meinte meine Schwester. Die hatte mir schon vorher die Klampfe einer Nachbarin gezeigt, die mich (die Klampfe, nicht die Nachbarin) schon irgendwie beeindruckt hatte. Das muss ich dann wohl auch dokumentiert haben, vermutlich eher ungeschlacht. Auf jeden Fall meinte meine Schwester nach ein paar Tagen, ob ich nicht richtig lernen wollte, also wirklich richtig. Der Wolfgang hätte noch Kapazitäten und die Gitarre von Christiane könnte ich ja erst mal nehmen.
Hab ich getan und war eigentlich vom ersten Tag an begeistert. Vom Wolfgang, der völlig anders war als alle meine Lehrer („Sag mir, was du spielen willst“), und von der Gitarre. Auf der ließen sich die ersten Akkorde greifen und – noch wichtiger – die ersten Lieder spielen: Flowerpower und Blowin’ in the Wind. Auch wenn ich wegen der noch zu kurzen Finger und des recht breiten Griffbretts noch auf Barre-Griffe verzichten musste, war schnell klar: Das ist mein Ding.
Die erste eigene Konzertgitarre gab es zu Weihnachten aus einem (längst nicht mehr existierenden) Musikgeschäft in Herford. Und ich hab gespielt und gespielt und gespielt. Mit dem Lehrer, allein, zu Hause, immer. Das sprach sich rum und es gab die ersten Auftritte in der Schule – darüber sogar einen Zeitungsbericht. Menno, war ich da stolz.
Der Unterricht war irgendwann vorbei, die Musik und die Gitarren waren besser geworden – und die Zahl der Auftritte nahm zu. Dass dann andere Dinge eine Rolle spielten (Bund, Studium, richtiger Beruf und so), ist eine andere Geschichte. Die Musik war immer dabei, aber erst nach Eric Claptons Album Unplugged dachte ich mit deutlich überzogenem Selbstbewusstsein: Hammer, das willst du auch. So spielen können. Dass da nur üben, üben und üben hilft, war mir schon klar. Und auftreten.
Vor dem ersten Kulturfrühstück, das ich untermalen durfte, war ich mächtig aufgeregt, aber – es war wunderschön. Und Jahre später schloss sich der Kreis: Heute trete ich immer noch auf, mache eigene Songs und spiele mit Achim Patz, Keyboarder und Harp-Spieler bei – ihr ahnt es – Hammerfest.