Ich habe tausende Bücher gelesen – und tausende wieder vergessen.
Vielleicht ist dieser Blog auch ein Versuch, etwas dagegen zu tun. Ein paar dieser Bücher festzuhalten, bevor sie endgültig verschwinden. Und darüber zu schreiben, was sie beim Lesen oder Hören ausgelöst haben.
Bücherblogs gibt es unzählige. Vielleicht etwas weniger als noch vor fünf oder sechs Jahren – aber immer noch genug, um leicht die Übersicht zu verlieren. Warum also noch einer?
Zunächst einmal: weil es mir Spaß macht. Ich tausche mich gern über Texte aus, erzähle von meinen Erfahrungen mit Literatur und schreibe über Gelesenes und Gehörtes. Und über Geschriebenes zu schreiben ergibt schließlich Sinn. Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, mein altes Germanistikstudium ein wenig aufzufrischen – oder es einfach weiterzuleben.
Literatur bedeutet für mich, in alte und neue Welten einzutauchen: in eigene ebenso wie in erdachte. Ich lasse mich gern unterhalten, auf neue Pfade führen und freue mich über Gedanken, auf die ich allein vielleicht nicht gekommen wäre. Literatur ist Kino im Kopf – aus Büchern und Hörbüchern. Und ich mag es, wenn aus Literatur neue Bilder und Töne entstehen: im Theater oder im Film.
Mein Erinnerungsspeicher
Ein Blog ist außerdem ein Erinnerungsspeicher. Ich habe viele Bücher gelesen – und viele wieder vergessen. Vielleicht gelingt es mir hier, einige von ihnen so festzuhalten, dass sie mir nicht ganz entgleiten. Ich hege den alten Traum, mir Literaturgeschichte über Literatur zu erschließen und irgendwann eine Art Überblick von den geschriebenen Anfängen bis zur Gegenwart zu gewinnen. Ein Ziel, das vermutlich nie ganz erreichbar ist – aber ein schönes.
Buchhandlungen ziehen mich magisch an. Ebenso Bibliotheken. Gleichzeitig lösen sie auch das etwas ermattende Gefühl aus, all diese Bücher niemals lesen zu können. Dagegen helfen nur Auswahl, Zufall – und der Mut zum Abbruch, wenn ein Buch nicht überzeugt.
Ursprünglich wollte ich hier vor allem über Bücher schreiben. Mit der Zeit hat sich der Blog jedoch ein wenig weiterentwickelt. Literatur ist weiterhin ein wichtiger Ausgangspunkt – aber dazu sind andere Dinge gekommen, die mich ebenso beschäftigen: Musik und Fotografie, Themen aus meinem Beruf als Redakteur. Manchmal hängen diese Bereiche eng zusammen, manchmal stehen sie einfach nebeneinander. Auch das gehört zu diesem Blog: dass er sich verändern darf.
Wer diese Seiten gelegentlich besucht – was mich sehr freut – begleitet mich also auf einer kleinen Reise durch Texte, Klänge und Bilder. Wer allerdings Anleitungen sucht, wie Literatur zu verstehen ist, wird hier vermutlich nicht fündig. Interpretationen, wie sie vielleicht im Deutschunterricht erwartet werden, möchte ich nicht liefern.
Mein Verständnis von Literatur ist einfach:
Du bist die Regie.