Leseschwäche

Ein Literaturblog

Der Seiltänzer

Daniel Kehlmann, Tyll

Die Sprache hat mich sofort gepackt. Eigentlich war ich zu müde, um mehr als zwei oder drei Seiten zu lesen. Doch bei Tyll von Daniel Kehlmann ging es nicht anders.

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Haus der Bösen

Peter Longerich, Wannseekonferenz


Zuweilen kommt das Böse banal daher. „Eine Besprechung mit anschließendem Frühstück“ war in der ersten Einladung angekündigt. Dann wurde es die „Wannseekonferenz“, die  die bereits begonnene „Entfernung der Juden“ auf perfide Weise legitimieren sollte. Peter Longerich zeigt in seinem Buch die Hintergründe zu der am Wannsee geplanten  „Endlösung“.  Und er zeigt, dass die Wirklichkeit schlimmer ist als jede Romanhandlung.

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Unter der Kuppel

T.C. Boyle, Die Terranauten

Eigentlich  ist das Interview mit Dennis Scheck schon vorbei. Und dann sagt T.C. Boyle diesen schönen Satz: „My heart ist black inside, but you made me laugh, Dennis.“ Zuvor war es um Die Terranauten gegangen, wieder eines dieser Boylschen Wahnsinnsbücher.

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Für immer Herbert

Bernhard Schlink, Olga

Es kann durchaus sein, dass ich schon einmal über Herbert gelesen habe. Vielleicht 2008 in einem Spiegel-Artikel, in dem es um eine „Harakiri-Expedition“ in die Antarktis ging. Ein Thema, das mich grundsätzlich interessiert, befeuert spätestens durch Christoph Ransmayrs  Die Schrecken des Eises und der Finsternis.

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Genießen ist gescheit

André Heller, Uhren gibt es nicht mehr

Der jüngere Mensch (nicht der ganz junge) hat dann doch zwischendurch Angst vorm Alter. Vorm  Sterben und diesem ganzen Unsinn. Ich frage mich zuweilen, wie ein wirklich alter Mensch fühlt, wie er oder sie zurückschaut. Gute Einblicke gibt ein neues Buch von André Heller, diesem schillernden Alleskönner aus Österreich.

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Ein Buch der Heimat

Kurt Tucholsky, Das Leben ist doch goldisch!

Köln, Hamburg, Berlin – die großen Städte haben große Verlage, die jährlich tausende und mehr Bücher ausspucken. Wer sagt denn, dass es auf dem platten Land nicht auch Leute gibt, die tolle Texte verlegen? Zum Beispiel Marlies Kalbhenn in Espelkamp. Ich lese gerade ihr Tucholsky-Buch.

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Die große Entlausung

Heinrich Böll, Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind

Noch eine neue Platte von Prince? Posthum? Damit muss man immer rechnen, oder besser: Darauf darf man hoffen.  Aber ein neues Buch von Böll, der 1985 gestorben ist: mit Texten, die in dieser Form noch nie (und ich schreibe das jetzt bewusst) zu sehen  waren. Ehrlich gesagt: Ich habe nicht damit gerechnet.

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Storms Garten

Karl Ernst Laage, Theodor Storm privat

Wen interessiert eigentlich, ob ein Dichter vor 160 Jahren einen Garten angelegt hat und wie? Oder welche Lieder er seinem Chor auf die „Setlist“ geschrieben hat? Welchen Wein er gerne getrunken hat, was er gegessen hat? Wo im Haus seine Möbel standen? Noch einmal: Wen interessiert das? Ich kenne einen: Mich!

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Hungrige Bestien

Jussi Adler Olsen, Verachtung

Kaum wabern Rassisten durch die höchsten Sphären der Politik, lese ich Jussi Adler Olsens Verachtung. Einen Krimi also, in dem es um furchterregende Machenschaften furchterregender Rechtsextremer geht. Und somit auch um Euthanasie, der selbstgerechten „Vernichtung unwerten Lebens“. Adler Olsen hat einen sehr beklemmenden und sehr aktuellen Roman geschrieben.

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Schlachtengemälde

Bernard Cornwell, 1356

Ich vermute, dass die Überschrift zu jedem Roman von Bernard Cornwell passen könnte – tatsächlich zeichnet der Brite immer wieder Schlachtengemälde: blutig, brutal, gnadenlos.  Bei 1356, den ich jetzt gelesen habe, gelingt das sogar recht authentisch.

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